Ist es moeglich, Hundezuechter in die moralische Verantwortung zu nehmen?

Das groeßte Problem in der Beantwortung dieser, für den langfristigen Erhalt der Rassehunde existentiellen Frage sind freilich Menschen, die den Sinn der Frage "Was ist moralische Verantwortung?" gar nicht begreifen. Und zwar sind das Menschen, die sich Hundezuechter nennen, aber in Wirklichkeit nur „Hundevermehrer“ sind. Ich gehe sogar soweit mit meiner Meinung, dass sie von „Tierethik“ nichts wissen und wenn doch, sie nicht beachten.
Mit anderen Worten: Das wirkliche Problem sind jene sogenannten „Zuechter“, denen es nicht um gesunde, wesensfeste und langlebige Hunde, sondern um das schnelle Geld, die Gewinnmaximierung, also immer und ausschließlich um sich selbst und um den eigenen Vorteil geht. Denen das Handwerk zu legen, geht solidarisch alle Tierschützer und Tierfreunde an!

Die weitreichenden und verheerenden Folgen der Vermehrung von Tieren durch Menschen ohne moralische Verantwortung und Risikobewusstsein sind in der Tat verhaengnisvoll!

Ich kenne solche "Hundevermehrer ohne jegliche moralische Verantwortung“! Aus meiner Sicht sind diese sogenannten Zuechter "moralische Versager“!
In ihrer Profilneurose und zur Irreführung von Welpenkäufer dekorieren sie sich selbst immer alles besserwissend, oder gar noch als „Herr der Falten“ oder mit ähnlichen Selbstauskuenften!

Bereits mit der Geburt der "Shar Pei Welpen" beschreiben solche "Hundevermehrer“ die Qualitaet der jungen Hunde mit Merkmalen wie: „-HD: frei, - Patella: frei und ED: frei“, obwohl man diese Qualitaetszusage erst nach dem 1. Lebensjahr des Hundes, nach entsprechenden Roentgenuntersuchungen geben kann!

Immer mehr Hundebesitzer muessen relativ kurzfristig nach dem Erwerb eines Welpen von einem, ach so „serioesen Zuechter“, der in Wirklichkeit ohne jegliche Moral  Hunde der Hunderasse Shar Pei vermehrt, feststellen, dass das lieb gewonnene  Familienmitglied von einer oder auch mehreren genetisch bedingten Erkrankungen, wie z.B. dem „Kongenitale Entropium“, der „Generalisierten Demodikose“, dem „Familiaeren Shar Pei Fieber“„Otitis“, „Kieferanomalien“ und / oder auch einer genetisch bedingten "Gelenkschwaeche" usw.  befallen ist, leidet und u. U. schmerzvoll sterben muss.
 
Erbkrankheiten stellen zunehmend eine Bedrohung der Gesundheit, der Lebensqualität und der Lebenserwartung der Rassehunde dar. Derzeit sind mehr als 400 Erbkrankheiten beim Hund bekannt. Jedes Jahr kommen neue erbliche Krankheiten hinzu.

Das tueckische an Erbkrankheiten ist, dass sie nicht in jeder Generation und auch nicht gleichermaßen bei allen Geschwistern eines Wurfs auftreten muessen. Trotzdem werden sie von den Traegern dieser genetischen Disposition weiter vererbt.

Viele Schmerzen und Leid haben die betroffenen Hunde zu ertragen. Die Besitzer leiden ebenfalls mit ihren Lieblingen und haben nicht nur die hohen Kosten der veterinaermedizinischen Behandlungen sondern auch im schlimmsten Fall das fruehzeitige Ableben ihres besten Freundes zu verkraften!

Findest Du, dass Menschen das Recht haben, Hunden und Hundehaltern das anzutun?

Im Tierschutzgesetz §11, Absatz b steht das Verbot der Qualzucht: „...es ist verboten, Wirbeltiere zu zuechten, wenn der Zuechter damit rechnen muss, dass bei der Nachzucht aufgrund vererbter Merkmale Schmerzen, Leiden oder Schaeden auftreten.“

Die Konsequenz hieraus muss sein, dass die Zucht mit erblich belasteten Tieren generell verboten wird!

Verantwortungsvolle Zuechter von Tieren, in diesem Fall von Shar Pei Rassehunden, sind aus der Sicht der „Tierethik“ und der moralischen Verantwortung, sowie nach den Festlegungen des Tierschutzgesetzes zur methodischen Bekaempfung erblicher Defekte verpflichtet. Mit ihren moralischen Vorgaben und ihrem  Verantwortungsbewusstsein bestimmen sie die Zukunft der Rasse „Shar Pei“!
 
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Es ist zwar richtig und auch sehr notwendig, dass das Internationale Zuchtreglement der Federation Cynologique Internationale (F.C.I.) und die Zuchtordnung des VDH verbindlich fuer alle im VDH zusammengeschlossenen Rassehund-Zuchtvereine sind. Aber findige „Hundevermehrer“ umgehen diese verbindliche Zuchtordnung und ihre Kontrolle, indem Sie mit Gleichgesinnten, ebenfalls verantwortungslosen Partnern, einen eigenen Verein oder auch Club gruenden und nach der deutschen Rechtslage dann ganz legal, jedoch auf  „Teufel komm raus“, Hunde vermehren ohne jegliche externe Zuchtberatungen und Zuchtkontrollen durch unabhängige und verpflichtete  Zuchtwarte fuerchten zu muessen. Zum Teil gibt es bei diesen „Hundevermehrern“ noch nicht einmal handschriftliche Aufzeichnungen in Form eines Zuchtbuches, und die behoerdliche Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz liegt auch nicht vor.
 
Auch muss bei extern ueberwachten Hundezuchtvereinen für eine beabsichtige  Inzucht oder Inzestzucht vor der Paarung die schriftliche Genehmigung des Zuchtausschusses (Zuchtbuchamt oder Hauptzuchtwart) eingeholt werden. Solche Verpaarungen sollen die Ausnahme sein und muessen überzeugend begruendet werden. Bei der abgewogenen Genehmigung erfolgt dann zwingend eine Ueberwachung der Zucht durch einen Zuchtwart, der vom jeweiligen Zuchtbuchamt beauftragt und in Verantwortung genommen wird.
 
Die “Hundevermehrer“, die „Analphabeten der Hundezucht“, die ich hier kritisiere und von denen ich berichte, erteilen sich hoechst persoenlich selbst die Genehmigung zur Inzucht oder Inzestzucht! Kontrolle und Ueberwachung von neutraler und uebergeordneter Stelle (Zuchtbuchstelle und beauftragten Zuchtwart)  gibt es ja nicht.
 

Ich persoenlich habe aber offen gestanden kaum Hoffnung, dass der Appell an die moralische Verantwortung bei Hundevermehrern zu nennenswerten Erfolgen fuehren koennte.

Es ist Solidaritaet unter den Hundeliebhabern gefragt! Wir sollten gemeinsam Nachzuchtkontrolle und Datenbankerfassung aller gezuechteten Welpen fordern und durchsetzen!

Beachte:
Jeder, der einen Hund von diesen „Hundevermehrern“ erwirbt, unterstuetzt damit die Verbreitung von Erbkrankheiten! Leid, Schmerzen, Kosten und der moegliche fruehzeitliche Tod der Nachkommen der von uns so geliebten Rasse der Shar Pei sind die Folgen.

So lange es bei den „Hundevermehrern“ eine Nachfrage gibt, wird es auch ein Angebot geben.
 
Meine Zuneigung gehoert den serioesen Zuechtern; meine Abneigung gehoert den gewissenlosen "Vermehrern"!

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