Die kontrollierte Zucht von Rassehunden.

„Chinese Shar Pei“

 

Das Internationale Zuchtreglement der Fédération Cynologique Internationale (F.C.I.) und die Zuchtordnung des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) sind verbindlich für alle im VDH zusammengeschlossenen Rassehunde-Zuchtvereine.

 

Der Rassehund „Chinese Shar Pei“ wird in Deutschland durch die Rassehunde-Zuchtvereine

 

"1.DSPC 85 e. V."

und

"Club für Exotische Rassehunde (CER e.V.)

 

im Verband für das Deutsche Hundewesen vertreten und repraesentiert.

 

Rassehunde-Zuchtvereine (Clubs) haben eine Satzung und sind in der Regel im jeweiligen Vereinsregister der zustaendigen Amtsgerichte eingetragen!

 

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ist die fuehrende Interessenvertretung aller Hundehalter in Deutschland.

Aus meiner Sicht und im Interesse aller Hundehalter hat Hundezucht allen Erfordernissen des Tierschutzgesetzes und der Zuchtbestimmungen der Fédération Cynologique Internationale (F.C.I.) und der Zuchtordnung des VDH zu entsprechen und unterliegt ethischen Zielsetzungen.

Bevor Rassehunde zur Zucht zugelassen werden, muessen sie - je nach Zuchtverein mehr oder weniger strenge Voraussetzungen erfuellen. Es kommt nicht nur darauf an, dass die Hunde dem gewuenschten Bild ihrer Rasse entsprechen, sondern auch darauf, dass sie keine Erbkrankheiten in sich tragen und weitergeben.

Es darf nur mit gesunden, wesensfesten Hunden gezuechtet werden, die in einem vom VDH anerkannten Zuchtbuch oder Register eingetragen sind und die vom zustaendigen Rassehunde-Zuchtverein festzulegenden Voraussetzungen erfuellen.

Die Rassehunde-Zuchtvereine sind verpflichtet, Wurfkontrollen und Wurfabnahmen als wesentliche Elemente der kontrollierten Rassehundezucht durchzufuehren.

 

Die zugelassenen Zuechter haben Würfe unverzueglich dem Rassehund-Zuchtverein zu melden; sie haben Beauftragten des Rassehunde-Zuchtvereins Kontrollen von Wurf, Huendin und Aufzuchtsbedingungen zu ermoeglichen.

 

Verantwortungsvolle Zuchtvereine verfolgen die Entwicklung des Nachwuchses ueber Jahre hinweg, erfassen die bekannt gewordene erbliche Defekte bei den von ihnen betreuten Rassen, so dass vererbende Zuchttiere von Krankheiten gefunden und aus der Zucht genommen werden koennen.

Die Zuchtvereine sind dazu verpflichtet, schriftliche Bericht ueber diese Entwicklung ist dem VDH, nach Anfrage, mindestens aber mit Vorlage des Zuchtbuches, vorzulegen.

 

Verstoeße gegen diese Zucht-Ordnung des VDH bzw. des jeweiligen Rassehunde-Zuchtvereins werden geahndet.

 

Als besonders schwerwiegend Verstoesse gegen diese Zucht-Ordnung sind u. a. die grob fehlerhafte Bekaempfung von rassespezifischen Erkrankungen und erblichen Defekten u.ae. zu werten.

 

Der Zuchtausschuss des VDH fuehrt in solchen Faellen die Untersuchungen, hoert die Betroffenen an und wertet die Beweismittel. Er legt dem VDH-Vorstand seine Beschlussempfehlung vor.

 

Aus meiner Sicht ist u. a. das strenge Zucht-Kontrollwesen des VDH und der jeweiligen angeschlossenen Rassehunde-Zuchtvereine mit ein Grund dafuer, dass sich ein „Hundevermehrer“ mit seinem Zwinger diesem Kontroll- und Ausleseverfahren entzieht und außerhalb des VDH zuechtet!

 

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Es ist gut  vorstell-, ja sogar nachvollziehbar, dass sich ein selbsternannter „Zuechter“ mit einem Partner zusammen tut, einen zweiten “Chinese Shar Pei  Zwinger“ ausruft. Mit dieser Massnahme wird dann die Produktionsquote und der angestrebte Profit erhoeht.  Beide gruendeten dann mit „Freunden“ (Strohmaennern) einen Zuchtverein, besetzten dort die Vorstandspositionen, werden jeweils , bei Bedarf wechselseitig „Zuechter“ bzw. „Zuchtbuchführer“! Der „Club“ wird natuerlich zu keiner Zeit zur Eintragung in das vorgeschriebene Vereinsregister der jeweiligen Amtsgerichte  angemeldet.

 

Dafuer stellen beide Partner als jeweilige Zuchtbuchführer des „Clubs“ Urkunden (Ahnentafeln) mit der schoenen, so beeindruckenden Bezeichnung  „Certified Pedigree“ aus und unterzeichnen diese Dokumente jeweils wechselweise, je nach Bedarf, als zustaendiger Zuchtbuchfuehrer mit ihrem Namen.

 

Eine wuenschenswerte externe Zuchtkontrolle durch unabhaengige und dem VDH verpflichtete Zuchtwarte gibt es natuerlich dann auch nicht. Ueber Fragen der Inzucht entscheidet allein der selbsternannter „Zuechter“!

 

Es wird noch „besser“!

 

Aus meiner Sicht verstoesst es gegen den Ehrenkodex eines serioesen Zuchtvereins, wenn seine Zuchtwarte und erst recht Zuchtrichter Hunde aus eigenem Zuchtzwinger oder aus dem Zwinger seines  „Familienmitglieds“ zuchttauglich schreiben. Dies trifft erst recht dann zu, wenn derjenige in Personalunion als Zuechter, Zuchtwart, Zuchtrichter und Clubvorsitzender,  fungiert.

 

Wer das macht, schafft damit die Grundlage, dass Hunde mit kongenitalen und adulten Erbkrankheiten (Gendefekte), also mit zuchtausschließenden Fehlern, in der Zucht eingesetzt werden und genetisch bedingte Erbkrankheiten an seine und andere Nachzuchten weiter gegeben werden.

 

Dieser spezielle „Spezialzuchtrichter für fernoestliche Hunderassen“, von dem ich hier berichte, richtet u. a. auch Hunde, die aus seiner eigenen „Zucht“ und aus dem seines Partners stammen. Es schrieb nachweislich einen seiner herangewachsenen Welpen (Ruede, 11 Monate alt), der sich im Besitz eines seiner Kunden (Welpenkaeufer) befindet, zuchttauglich! Fuer diesen Kunden schrieb er auch eine Huendin (14 Nonate alt), mit zuchteinschraenkende Fehler, hier eine Kieferanomalie, zuchttauglich! Diese Huendin stammt aus einem anderen Zwinger.

 

Aus meiner Sicht waren das „reine Gefaelligkeitsbescheinigungen“, einfach skandaloes und fatal fuer die Rasse der Shar Pei Hunde.  

Diese, zuvor angesprochenen Hunde wurden dann von diesem Kunden, nach der  „erfolgreichen Zuchttauglichkeitspruefung“ in der Zucht eingesetzt. Im Jahr 2006 wurden diese Hunde verpaart. Welpen mit Entropium ind Kieferanamolie waren das Ergebnis. Dieser Züchter ist im „IVR e.V.“ (Sitz in der Schweiz) organisiert! 

Entsprechende Beweise liegen mir vor!

 

„Gibt es ueberhaupt in zielorientiert gegruendeten „Club“ und somit in den angeschlossenen “Chinese Shar Pei  Zwingern“ bei dieser gewerblichen Vermehrung von „Shar Pei Hunden“ eine Kontrolle?“

Die Antwort ist: „NEIN“! 

 

In und bei FCI, VDH, 1. DSPC 1985 e. V. und CER sowie andere serioese Zuchtvereine, die sich dem Shar Pei verschrieben haben, waeren solche unlauteren und hinterlistigen Manipulationen aufgrund der Verbands-, Vereinssatzung und Zuchtordnung sowie des praktizierten Kontrollwesens nicht moeglich!

 

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Dieser „Zuechter“, besser bezeichnet als „Hundevermehrer“ betaetigt sich auch noch als „Spezialzuchtrichter für fernoestliche Hunderassen“,  richtet die heranwachsenden Welpen seiner eigenen Zuchtlinien, natuerlich immer mit hervorragenden Benotungen und sorgt damit vorsaetzlich dafuer, dass Erbkrankheiten ueber Generationen weitergegeben werden!

 

Zwangslaeufig habe ich bei diesen „Produzenten“, auch in ihren masslosen Selbstdarstellungen, noch nichts von „Zuechterethik in der Hundezucht“ gelesen oder gehört!

 

Somit kann es auch keinen Betrachter und Welpenkauufer verwundern, dass immer haufiger Welpen aus diesen Zuchtlinien an den „Erbfehlern“  wie „FSF – Familiaere Shar Pei Fieber“ und/oder „erbliche Entropium (Entropium congenitum)“ usw. erkranken!

 

Die Zuchtbuchstellen der Rassehunde-Zuchtvereine stellen Ahnentafeln fuer die Welpen der jeweiligen kontrollierten und abgenommenen Wuerfe aus und gewaehrleisten, dass die Abstammungsnachweise als mit den Zuchtbucheintragungen identisch sind.

Rassehunde-Zuchtvereine können ihre Ahnentafeln und das Zuchtbuch vom VDH anfertigen lassen.

 

Ahnentafeln muessen deutlich mit den Emblemen des VDH und der F.C.I. gekennzeichnet sein.

 

In der Bundesrepublik Deutschland darf im Prinzip jeder, nicht im VDH organisierte Hundezuechter auch Ahnentafeln ausstellen.

 

Aus meiner Sicht sind Zuechter und/oder deren Clubs bzw. Vereine, die außerhalb des VDH und der Rassehundezuchtvereine zuechten und in  Inseraten oder auf ihrer „Homepage“ u. a.  ihre Welpen mit dem Hinweis „mit Stammbaum“ oder „mit Ahnennachweis“ bzw. „mit Zertifikat“ anbieten, sehr kritisch zu betrachten.

Haeufig werden Ahnentafeln oder aehnliche Papiere, wie z. B. „Certified Pedigree“ ausgestellt und dem Kaeufer übergeben, deren Inhalte nicht überpruefbar und nicht selten sogar nachweislich falsch sind.

 

Die VDH-Rassehunde-Zuchtvereine sind auch verpflichtet, neben dem Zuchtbuch als Anhang ein Register (Livre d'attend) zu fuehren.

 

Seit dem 31.8.2002 sind die Rassehunde-Zuchtvereine des VDH verpflichtet, auf Antrag Registrierungen für Hunde ohne FCI-anerkannte Abstammungsnachweise oder solche mit nicht anerkennungsfähigen Abstammungsnachweisen durchzufuehren und diese Hunde, sofern sie dem Rassestandard phaenotypisch entsprechen, in das Register zu uebernehmen.

 

Wenn ein  Hund z. B. ein Welpe aus der Nachzucht des Zuechters ins Ausland verkauft und/oder bei einem auslaendischen Dachverband registriert werden soll, benoetigt man grundsaetzlich ein vom VDH ausgestelltes Zertifikat, eine Auslandsanerkennung!

 

Der Zuechter hat die Original-Ahnentafel des Hundes,  die Adresse des neuen Hundesbesitzers und  das Verkaufsdatum dem Verband fuer das Deutsche Hundewesen einzureichen. Die Gebuehren betragen z.Z. für den Zuechter des Hundes: 36,00 EUR und für den Neubesitzer  57,00 EUR.

 

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Zur Ueberpruefung und Begutachtung des zu registrierenden Hundes hinsichtlich der phaenotypisch Uebereinstimmung mit dem Rassestandart muss der Hund einem VDH-Zuchtrichter vorgefuehrt und von diesem begutachtet werden, bevor der VDH-Rassehunde-Zuchtvereine die Registrierung ueberhaupt vornehmen darf.

 

Man muss als Welpenkaeufer davon ausgehen und da bin ich mir sehr sicher, dass ein serioeser und verantwortungsvoller Zuechter, auch wenn er außerhalb des VDH zuechtet, dem jeweiligen Welpenkaeufer diese notwendige „Auslandsanerkennung“ vom VDH besorgen und uebergeben wuerde, so zumindest der Tenor der im VDH organisierten „Shar Pei Zuechter“.

 

Schon allein aus diesen Gruenden und um unnoetige, ganz erhebliche Kosten und zukuenftigen Aerger zu vermeiden,  kann ich allen Hundefreunden nur raten, vor dem Kauf eines „Shar Pei Welpen“ die in Frage kommenden  Zuechter und deren Zwinger gruendlichst  auf Seriositaet und mit dem Verkauf verbundene Dienstleistungen zu überpruefen.

 

An erster Stelle der Ueberpruefung sollte aber das Wesen, die Gesundheit der Welpen ihre Abstammung und die u. U. erblich belasteten Elterntieren stehen.

 

Ohne Zweifel kann man sagen:“Der serioese Zuechter sollte dem Welpenkaeufer im Ergebnis schriftlichen garantieren, dass seine Welpen keine „Erbfehler“ und „Gendefekte“ aufweisen, also frei von Erbkrankheiten sind!

 

In überzuechteten Linien treten Erbkrankheiten besonders oft auf, da die Elterntiere meist schon recht stark miteinander verwandt sind (hoher Inzuchtkoeffizient).

In der so genannten Linienzucht ist die Verpaarung verwandter Tiere das Mittel, um gewuenschte Merkmale zu verstaerken. Für erblich bedingte Krankheiten trifft jedoch dasselbe Vererbungsschema zu!

 

Wer als zukuenftiger Hundebesitzer sich für seinen „Chinese Shar Pei“ verantwortlich fuehlt und Leid sowie Schaden von ihm und sich selbst fernhalten will, muss schon vor dem Erwerb des Welpen darauf achten und möglichst sicherstellen, dass die Linie (Familie) seines zukuenftigen Hundes frei von „Erbfehlern“ ist, wie:

 

  • Dysplasien von Hueft- Schulter- und Ellbogengelenken, die Patellaluxation (ist erst mit ca. 12 Monaten durch Roentgenuntersuchungen feststellbar),
  • genetisch bedingte Gelenkschwaechen,
  • erbliche Störungen im Immunsystem,
  • Erkrankungen an „FSF – Familiaere Shar Pei Fieber“,
  • Erkrankungen der Augen an „erbliches Entropium (Entropium congenitum)“,
  • Erkrankung der Ohren an „linienbedingte Otitis“,
  • Hauterkrankungen, wie „Generalisierte Demodikose“
  • usw.

 

In der Regel wird man erst nach gemachten Erfahrungen schlauer! 

Dann ist es meistens zu spaet, um mit einem gesunden Hund eine langjaehrige Freundschaft aufzubauen.  

 

Ich kann nur noch einmal meinen guten Rat wiederholen:

 

„Hundezucht hat allen Erfordernissen des Tierschutzgesetzes und der Zuchtbestimmungen der Fédération Cynologique Internationale (F.C.I.) und der Zuchtordnung des VDH zu entsprechen.“

 

Ueberarbeitet:

September 2007

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